Das Gewerbegebiet (IKOWA) | Drucken |
Samstag, 06. September 2008 um 08:23 Uhr

In Sorge um unsere Region haben sich interessierte BĂĽrger aus Waltershofen, KiĂźlegg und dem Umland diesem Thema angenommen.
Von Seiten der kommunalen Verwaltung war so gut wie keine Information dazu greifbar. Parteipolitsch war bis auf die GOL kein Dialog möglich, dieser Zustand ist unverändert!

In vielen gemeinsamen Sitzungen wurde das Thema von den Mitgliedern aufgearbeitet. Mehrfach wurden Fachleute zu bestimmten Themen einbezogen. Ein Studie durch Frau Dr. Billing (Uni Kassel) wurde in Auftrag gegeben und durch die Mitglieder bezahlt.
Sorgfältig und umfangreich wurden weitere Informationen zum IKOWA zusammengetragen, in der Hoffnung, das Gehör der Bürger, Gemeinde- u. Ortschaftsräte sowie Bürgermeister zu erlangen.
Fragen nach der Betrachtung von Alternativstandorten, der Kostensituation und der Hinweis auf Brachen und Brachflächen führten zu den überzeugenden Antworten: "die Chaoten von ELK" und "Ihr seit gegen Alles", was für das Gewerbegebiet einmal richtig ist.

Die politische Meinung und die von ELK


Wir sind gegen sinnlosen Flächenverbrauch, gegen Objekte ohne Kosten-/Nutzenbetrachtung und gegen den Bau von Gewerbe in hochsensibler Landschaft. 

Das Arrisriedermoos, die Waltershofener Seenplatte, der Biotopenverbund in diesen Bereichen und die Argen sind in unmittelbarer Nähe. Wir fordern auch den Blick über die Gemeindegrenzen hinaus - zu erschlossenen, aber noch nicht bebauten Gewerbeflächen - um hier nicht in Konkurrenz zu den Nachbargemeinden zu gelangen. Wir sind der Meinung, dass alternative Standorte in unserer Gemeinde ohne Vorbehalte untersucht werden sollten. Hier sehen wir Zaisenhofen als Alternative, da ein kompaktes Gewerbegebiet die Infrastukturkosten niedrig hält und so erweitert werden kann, wie sich der Bedarf entwickelt! Und es kann um die geplante Ortsumgehung Kißlegg entwickelt werden!
Gott sei Dank  haben nicht nur wir diese Ansicht. Auch fast aller politischen Parteien teilen unserer Meinung. Allerdings: Erst ab Landesebene - also in Stuttgart - outen sich CDU, SPD, FDP als Gegner. Ihre Bürgermeister und Gemeinderäte haben die Landespolitiker allerdings nicht im Griff. 

Bundekanzlerin Merkel fordert eine Redzierung des Flächenverbrauchs von aktuell ca. 110ha/Tag auf 30 ha/Tag in Deutschland. Unser Ex-Ministerpräsident Öttinger forderte schon 2007 die NETTO-NULL! Hier kommen dann die Brachenentwicklung, Innerortsentwicklung und das strikte NICHT NEU VERSIEGELN auf die Tagesordnung. Viele Gutachten warnen vor den Folgekosten bei weiterer Wohn- und Gewerbegebieterschließung. Vor allem im Hinblick auf den demografischen Wandel, welcher ausser Zweifel steht und welcher auf Dauer den Bedarf und die Nachfrage sinken läßt. Im Wohnbereich führt das zu Leerständen und bei Gewerbe/Industrie zu Brachen, welche dann auf Kosten den Bürger rückgebaut werden. Das ist in vielen Handreichungen der Parteien nachzulesen und von Fachkundigen zu hören. Das Verhalten der Bürgemeister und Gemeinderäte, die diesen Parteien angehören, scheint somit mehr als fragwürdig.

Und wer soll den Bügern später die Immobilie - als Altersvorsorge gebaut/gekauft - abkaufen, wenn die Nachfrage fehlt?

 

.. dazu stehen wir

Wir sind weiterhin für: den Erhalt und den Ausbau von Arbeitsplätzen, die Stärkung unserer heimischen Wirtschaft mit Gewerbe und Handel, allerdings nicht um jeden Preis.
Die Landwirtschaft muss ihre klare Position in diesem Spiel erhalten, und sie kann nicht als Spielball von Industrie und Gewerbe benutzt werden.
Der Nachaltigkeitsgedanken, der von allen Parteien auf die Fahne geschrieben wird, muss das Maß der Dinge sein. Hier hat auch die Natur mit Artenvielfalt, Schutz des Bodens und die Zersiedelung ihren hohen Stellenwert. Entweder wir setzen diese Forderung um, oder wir streichen das von der Fahne. Das wäre glaubwürdige und bürgernahe Politik.

... aus dem Blick unserer Mitbewohner

Trotz sehr vieler positiver Ressonanz von Seiten besorgter und nicht informierter Bürger und auch von oberster politischer Seite, wie von Ministerin Gönner, ist unser Handeln bisher nicht von hohem Erfolg gekrönt. "Ha, so schlimm wird´s scho it werra", entgegnen die gutgläubigen Allgäuer den "Nachhaltigkeitskämpfern".
Was der Natur und unseren Nachfolgenerationen mit dieser "Untat" zugemutet wird, lässt sich bei genauer Recherche der Daten unschwer erahnen.

.... die Argumente der Funktionsträger


"Arbeitsplätze" wird als Totschlagargument von den Bürgermeistern in den Ring geworfen und das bei einer Arbeitslosenzahl von 3,9 % im Landkreis Ravensburg (Stand: Mai 2010). Sehr einleuchtend, dass bei dieser in der Bundesrepublik sehr niedrigen Zahl etwas getan werden muss. Nur dürfte das keine Zerschandelung der Natur und der Eingriff in ein ökologisch hoch sensiblen Bereich sein. Jede der großen Parteien schreit nach dem Einhalt im Flächenverbrauch. "Das gilt nicht für Kißlegg" ist die Anwort der Gemeindeheeresführer. Aus welchem Grund kann leider in keinster Weise belegt werden.

..... auch das noch

Wer die von der Autobahn arg strapazierte Natur sieht, kann sich bei diesen Gedanken nur weinend abwenden. Hinzu kommt, dass im Argental beim Hofgut Dürren ein Hotelkomplex für einhundert Betten mit Gastronomie entstehen soll, dass das Holzwerk Baumann in Beutelsau noch immer in diesem Gebiet expandieren will. Alle bisherigen Baumaßnahmen in diesen Bereichen haben unter anderm gezeigt, dass jeder Eingriff erhebliche Probleme aus der Sicht des Grundwassers gebracht hat. Wie sich die zu erwartenden Baumaßnahmen auf das Arrisriedermoss und den Biotopenverbund um die Waltershofener Seenplatte und die Argen auswirkt, was auch mehrfach von neutralen Fachleuten gemahnt wurde, lässt sich erahnen. Alle am IKOWA beteiligten Kommunen bieten weiterhin ihr Gewerbegebiete an und erschließen weiter neue Flächen.
Zum Zeitpunkt März 2010 wurden auf den Seiten des Landratsamtes Ravensburg  ca. 215ha Gewerbefläche für die 33 Kommunen des Landkreises angeboten, diese zu einem Preis zwischen 20 und 107€. Die am IKOWA beteiligten Kommunen (4)  haben zu diesem Zeitpunkt 19ha zwischen 43 und 90€ angeboten, die angrenzenden Gemeinden (3) bieten 77ha zum Preis von 30 bis 51€ an. Hier ist Konkurrenzkampf angesagt, die Ziele der Flächenreduzierung und die Natur bleibt auf jeden Fall auf der Strecke!
Es kommt wie es kommen muss, die Banken- und Firmenkrise hat uns nichts gelehrt, wir legen die Verantwortung in die Hand der kommunalen Funktionsträger, welche ihre Eigeninteressen verfolgen und dabei die Natur als endlose Ressource verkennen.
Eine Abwägung, wie sie von gesetzlicher Seite vorgeschrieben ist, findet höchst oberflächlich und nicht unter Einbezug aller betroffenen Bereiche statt.

...... ELK kämpft weiter

Ob es hilft, scheint allerdings fraglich.
Mit Äusserungen wie, "Isch jo it vo meiner Haustür" und "mir kriegat jo Zuschüss" ist der Kampf aussichtslos. Woher das Geld dann kommt, wir scheinen es nicht zu wissen.

Das Bürgerbündnis ELK mit ihren Verbündeten wird weiterhin für den Einhalt dieses Wahnsinns kämpfen!
Wer als "Chaot" bezeichnet wird, hat diesen Status zu erhalten - der Artenvielfalt zur Liebe!!

Wer Fragen stellt, ist kein Chaot, sondern ein Ahnungloser. Wer die Fragen nicht beantwortet, ist allerdings ein verantwortungsloser Gleichgesinnter!

Nur der Gedanke Arbeitslose, kann nicht als einzig schlagendes Argument für das IKOWA angeführt werden. Unsere Region ist in Bezug auf diese Zahlen im Länder und Bundesvergleich auf der Sonnenseite!

Hinterfagen Sie die Sinnhaftigkeit diese Gewerbegebietes.
Wir sind für den Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen. Wir sind für eine Gewerbegebietserweiterung im Bereich Zaisenhofen, sofern der Bedarf nachweislich vorhanden ist. Es gilt neues zukunftsweisendes Gedankengut in die Planungen einzubringen.

Trotz aller Vorkommnisse sind wir immer noch für Fairness - wir versuchen uns daran zu halten!

Wir werden weiterhin für die Sache kämpfen!